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Ausgabe 27
April 2020
Liebe Schüler*innen, liebe Pädagog*innen,

die Corona-Pandemie prägt seit Wochen die ganze Welt. Schlagartig hat sich auch unser Alltag verändert. Wir halten uns fast nur zu Hause auf, unsere Schulen sind geschlossen, der Unterricht findet online statt. Der tägliche Kontakt zu den Freundinnen und Freunden fehlt. Auch im Courage-Netzwerk hat sich viel verändert: Die Aktivengruppen kommen nicht mehr zusammen, Projekttage an Schulen, Vernetzungstreffen, Fachtage und Fortbildungen können für viele Monate nicht mehr in gewohnter Weise stattfinden.

In angsterfüllten Zeiten wird Hass von vielen Seiten gezielt geschürt. Jede Menge Verschwörungsmythen sind im Umlauf und erschaffen täglich neue Sündenböcke. Die Ablehnung von Geflüchteten wird offen gezeigt, Klassismus und Ageismus, also die Diskriminierung aufgrund des Alters, breiten sich gefährlich aus. Deshalb ist die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und anderen Ideologien der Ungleichwertigkeit heute besonders wichtig.

„Jetzt kommt es auf uns an – Wir halten zusammen!" Schüler*innen der Berufsbildenden Schule Frankenthal in Rheinland-Pfalz haben diese Collage an ihre Mitschüler*innen und Pädagog*innen geschickt.

Jetzt gilt es, weiter aktiv zu bleiben und neue Formen des Austausches und des Engagements für Menschenrechte zu entwickeln. Deswegen arbeiten wir gerade unter anderem an neuen Webinaren und kreativen Video-Botschaften. Ein erfolgreiches Beispiel dafür, wie das digitale Vernetzen in Zeiten von Corona aussehen kann, zeigen uns drei Schüler*innen aus der q.rage-Redaktion: Hanna, Lee und Lotte aus Hamburg, Stromberg und Halle haben eine digitale Brieffreundschaft begonnen. Wie sie Abstand halten und was der veränderte Alltag für sie bedeutet, berichten sie auf qrage.online.

Noch etwas Erfreuliches: 1995, also vor 25 Jahren, wurde „Schule ohne Rassismus“ (damals noch ohne „Schule mit Courage“) in Deutschland ins Leben gerufen. Im gleichen Jahr haben sich die ersten Schüler*innen und Pädagog*innen zu einem diskriminierungssensiblen Miteinander an ihren Schulen verpflichtet.

Das wollten die Landeskoordinationen und wir eigentlich gemeinsam mit euch feiern – auf Festakten in den ersten Courage-Schulen, mit großen Aktionen in Städten und auf dem Bundeskongress im Herbst in Berlin. Alles ist durch die Pandemie nun anders. Wir werden euch auch in den nächsten Wochen auf dem Laufenden halten, wie wir den Geburtstag nun feiern werden. Und schreibt uns, falls ihr etwas Neues plant.

Welche Themen liegen euch gerade besonders am Herzen? Welche neuen Aktionsformen wollen wir entwickeln? Viele gute Projekte laufen bereits online – aber wie erfahren auch andere davon? Was hilft euch dabei, besser mit den Herausforderungen des Alltages klarzukommen?

Eure Ideen, Vorschläge und Texte sind sehr willkommen. Sie erreichen uns unter schule@aktioncourage.org. Miteinander
nutzen wir diese außergewöhnliche Zeit dafür, fantasievolle Ideen zu entwickeln und gemeinsam umzusetzen.

Viele Grüße, und bleibt zuversichtlich,

Sanem Kleff
 
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